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Mittwoch, 30. September 2009

float like a hobo

“Mister,
Please let me work somehow
You've kept me waiting eighteen months
And still I'm not allowed
And everytime you promise me :
>>Not much longer now>>”


Im Strom schwimmend kann ich nur zustimmend nicken. Genau das ist die Realität die viele trifft. Nicht nur deshalb wird deshalb die Musik von Charles Winston wohl zur Zeit auch so sehr aufgenommen. Das Wort „Krise“ wird im Zusammenhang mit dem Begriff „Finanz“ arg strapaziert, verliert als Klang seine Schrecken, trifft aber Menschen trotzdem immer noch mit Wucht.
Charles Winston hat die Lieder seines Albums „Hobo“ auch schon als Vorband von Peter Gabriel vortragen können, aber erst jetzt –neu abgemischt- finden sie Zugang zu einer größeren Zuhörerschaft. Liegt es daran, dass er mit Romantik ganz tragische Jetztzeitgeschehnisse mit „Bewegungen“ der Vergangenheit vergleicht? Ich denke schon. Vor allem, weil er eben dabei nicht einfach kitschig verklärt. Dinge schöner redet als sie sind. Wenn da Hoffnung ist, dann ist es eben die, die auch der Hobo hatte. Irgendeine muss er schließlich gehabt haben, welchen Grund hatte er sonst auf einen Güterzug zu springen um der Arbeit entgegen zu fahren?

“Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me
Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me”

Als Kind war ich glücklicherweise nur einmal mit meinen Eltern auf dem Arbeitsamt. Damals mochte ich es, denn diese lustigen Papierrollen an denen man seine Nummer ziehen musste mochte ich. Da ich auch sehr geduldig war, konnte ich mich auch Stunden später daran erfreuen wie die Nummern langsam auf der Anzeigetafel größer wurden. Getanzt, wie im Video zu „in your hands“, hat damals aber leider keiner.



Als ich den schönen Mann auf der staubigen Straße in „like a hobo“ mit seinem Hut tanzen sah, musste ich an ein anderes Video der letzten Zeit denken. Elbow haben sich da einem Thema ganz ähnlich zugewendet und dabei ein wirklich schönes Video hingezaubert. In gewisser Weise eine neue Richtung von „Tanzvideos“: Hobodance?



Wie dem auch sei, so wie sich vor einigen Jahren noch Musiker vor allem mit dem Irakkrieg beschäftigten und all den weiteren Auswirkungen, ist es jetzt eben ein anderes Thema.
Da kann man nur hoffen, dass der etwas zynische Optimismus, den z. B. Modest Mouse auf ihrem Album „good news for people who love bad news“ in ihrem Lied „float on“ verbreiten Realität sein kann.
Während ich jedenfalls auf eine Antwort und nicht die nächste Vertröstung warte, versuche ich den Zweckoptimismus nicht zu verlieren.

“Good news will work its way to all them plans
We both got fired on the exactly the same day
Well we'll float on good news is on the way

And we'll all float on ok
And we'll all float on ok
And we'll all float on ok
And we'll all float on alright
Already we'll all float on
Now don't worry we'll all float on
Alright already we'll all float on
Alright don't worry we'll all float on”

Freitag, 25. September 2009

"ein Hauch aus meinem Mund"

Sommergenuss

Die Blätter der beiden Bäume vor meinem Fenster fallen kniternd zu Boden. Ich muss den Blick nicht wenden um zu wissen, dass der Herbst Einzug gehalten hat.
Erstaunt besinne ich beim Anblick eines Bildes, dass die Zeit mal wieder schnell vergeht.
Ich machte ein Foto, um eine Erinnerung an den alten Hund zu haben, an trockenes Gras, welches den Oberschnekl leicht kratzt und Kinderlachen und bemühtes Pusten.

"Ein Glasnz schwebt in die Weite,
ein Glashaus kugelrund.
Wer wohnt in seinem Innern?
Ein Hauch aus meinem Mund.

Dort, wo dein Haus aus Glitzern
mit feinem Klang zerschellt,
sring, Hauch, hinaus und rufe:
>>Ich grüß' dich, schöne Welt!<<"
Josef Guggenmos

dogslife

Mittwoch, 16. September 2009

Wird wirklich das Bestand haben was es wert ist?

Manche Dinge bleiben vergessen, unverstanden, unbearbeitet, höchstens von Heimatforschern und Touristikbranche leicht vermarktet. Selbst wenn der einen oder andere vom Gegenteil überzeugt war. Mich wundert das bei dem einen oder anderen auch, warum ist das ein Nischenthema und das andere nicht? Dabei bin ich meist wenig hoffnungsfroh nach vorne hin und lasse mein Janusgesicht im Schatten gegen das Vergessen anreden.
"Wenn ich erst mal 80 Jahre tot bin, werden die Menschen endlich wissen, was für ein großartiger Künstler ich war", soll einer gesagt haben, der bis heute kaum bearbeitet wurde. Eine unveröffentlichte Biografie, eine Dissertation und die Texte einer Tagung, der eine oder andere kleine Aufsatz, in die Ecke der schrägen Vögel gesteckt und Karl Junker wurde von der Psychoanalyse mal als schizophrener Künstler gewürdigt. Der eine oder andere kennt sein Haus in Lemgo, an Regentagen muss man im Urlaub ja auch mal was machen. An denen ist das Fachwerk des Hauses, welches auf dem ersten Blick an die Weserrenaissance-Fachwerkhäuser erinnert und auf dem zweiten schon einen wirklichen schrägen oder auch einfach höchst kreativen Vogel erkennen lässt, das Wasser eingesogen, dunkel aufgeschwemmt.
Und mich, was interessiert mich dieser Künstler, der zurückgezogen stetig an und in seinem Haus arbeitet? Klar, die Zeit. Ich gebe es zu, mich zieht diese Zeit an. Die Zeitspanne zwischen zwanzig Jahre vor und nach dem letzten Jahrhundert elektrisiert mich, zieht mich an, so wie es mich auch häufig ekelt, sodass es also mich immer stark berührt.
Und ansonsten? Ein Künstler der auf Fernwirkung arbeitete, oder von Nahem nicht das hielt was er versprach? Bin ich das nicht auch, finde ich mich nicht dort genau wieder? Wir sind vielleicht füreinander wie geschaffen. Entweder wir bleiben beide in der Versenkung, ich kann mir ja auch eine Geisteskrankheit zuschreiben lassen, wenn ich mir zwanzig Katzen halte, dann hält man mich auch für einen Sonderling, oder aber wir werden beide aufsteigen, in Pastellfarben im historischen Himmel, gerahmt von grotesken „Knorpel“-Ornament des Künstlers, was für eine Zukunft!
Qualität? Ist das wirklich eine Frage, die ich beantworten kann? Will ich das? Denken wir doch einfach an die mittelmäßigen Werke, die Damien Hirst eine Zeit lang für riesige Geldmengen auf den Markt geworfen hat, oder aber Kincaid, der schließlich unter den zeitgenössischen „Künstlern“, soweit ich mich richtig erinnere, in den letzten Jahren zu den Meistverdienenden zählt, zumindest bei erstem fiel es einigen Leuten vor einiger Zeit noch nicht auf… Und ja, die Qualität ist nicht aller erster Güte. Vor allem wenn man ihn mit anderen vergleicht. Peiffer legt in Orpheus in der Unterwelt bei Karl Junker (1850-1912). Der Künstler und seine Werke zwischen Fatum und Fama glaubhaft dar, dass Junker stark von Cornelius beeinflusst wurde. Die Ähnlichkeiten zwischen ihnen ist tatsächlich deutlich. Dabei wird aber auch deutlich, dass die Qualität bei beiden nicht vergleichbar ist.
Gut, nachdem ich über Karl Junker einen schnoddrigen Blogeintrag dahingegossen habe, wird sich die Welt nicht in die andere Richtung drehen, aber man muss ja zumindest in einen Text etwas wagen… oder so.
Eines ist aber sicher, Junker hatte einen eigenen Stil, egal ob in der Malerei oder in seinen Schnitzwerken. Und was vor allem spannend sein dürfte für Forscher: Wenig ist gesichert von ihm bekannt und um ihn ranken sich viele Mythen. So das man anhand seines Werkes viel entschlüsseln kann, vielleicht sogar einzig entschlüsseln kann.
Ein Künstler vergleichbar mit Künstlern des art brut oder einfach nur gefangen im Mythenmeer? Wirklich durch die unglückliche Liebe selbst personifiziert mit Orpheus? Oder hat es diese Liebe nie gegeben? Und was mich vor allem interessiert ist die Einschätzung seiner Zeitgenossen, die zwischen Begeisterung und Abscheu schwankt. Aber es ist relativ schwer herauszufinden wer denn eigentlich aus welchen Gründen die jeweilige Meinung gefasst hat. Erschwert wird es auch noch dadurch, dass die Werke, die in den großen Sammelausstellungen zu sehen waren heute nicht mehr gibt (zerstört oder einfach verschollen).
Der offensichtliche Reiz ist also das Rätsel. Und das Rätsel erscheint es mir eigentlich immer wert.

Freitag, 1. Mai 2009

Der Auszug des verlorenen Sohnes

Nun fortzugehn von alledem Verworrnen,
das unser ist und uns doch nicht gehört,
das, wie das Wasser in den alten Bornen,
uns zitternd spiegelt und das Bild zerstört;
von allem diesen, das sich wie mit Dornen
noch einmal an uns anhängt - fortzugehn
und Das und Den,
die man schon nicht mehr sah
(so täglich waren sie und so gewöhnlich),
auf einmal anzuschauen: sanft, versöhnlich
und wie an einem Anfang und von nah;
und ahnend einzusehn, wie unpersönlich,
wie über alle hin das Leid geschah,
von dem die Kindheit voll war bis zum Rand -:
Und dann doch fortzugehen, Hand aus Hand,
als ob man ein Geheiltes neu zerrisse,
und fortzugehn: wohin? Ins Ungewisse,
weit in ein unverwandtes warmes Land,
das hinter allem Handeln wie Kulisse
gleichgültig sein wird: Garten oder Wand;
und fortzugehn: warum? Aus Drang, aus Artung,
aus Ungeduld, aus dunkler Erwartung,
aus Unverständlichkeit und Unverstand:


Dies alles auf sich nehmen und vergebens
vielleicht Gehaltnes fallen lassen, um
allein zu sterben, wissend nicht warum -


Ist das der Eingang eines neuen Lebens?

Rilke: Neue Gedichte

Montag, 6. April 2009

Der Schuss

Und hier mein letzter Text, den ich für die Schreibwerkstatt schrieb, als Information, dass es die Schreibwerkstatt durchaus noch gibt. Und jeder kann auch weiterhin zum neuen Satzanfang seinen Text schreiben.

Der neue Satz lautet: Sie suchten den Sonnenhonig...


Montag, 30. März 2009

"when I get lost in you"

Nach langem Bemühen kommt die Erkenntnis, dass ich nicht Einschlafen kann.
Ich kann es nicht, denn ich schlief schon längst. Ich bin nie erwacht und mein Körper zuckt nur unter der verkrumpelten Decke, während ich glaube zu handeln.
Ich denke und ziehe die falschen Schlüsse. Alles scheint sinnig und ist doch nur morastig vielschichtig, trüb und langsam zäh.
Ich träume den Gedanken und weiß nicht, dass das Denken hier anderen Gesetzen gehorcht. Ich versuche den Gedanken festzuhalten, den ich während des Begreifens unausweichlich verforme.
Immer noch versuche ich einzuschlafen und sollte doch erwachen.

Samstag, 28. März 2009

Nudeln

Als Kind mochte ich keine europäischen Nudeln. Ich mochte immer nur die Sauce. Stumm sah ich zweifelnd an Kindergeburtstagen auf den reich gedeckten Tisch mit den großen Schüsseln mit Spaghetti, während die anderen Kinder freudeschreiend an den Tisch liefen. Ich weiß nicht wieso ich sie nicht mochte, ich gewöhnte mich viel schneller an die Kartoffeln, aber nicht so schnell an sie.
Als ich Dich kennen lernte, mochte ich sie zwar, aber noch immer aß ich mehr Sauce als Nudeln und Du mochtest sie sogar pur, mit einem Hauch Salz.

Zwei Jahre später: Mit einem Stoß auf die Arbeitsfläche hatte ich die Packung der Spaghetti geöffnet und wollte sie mit einem Schwung in das kochende Wasser geben. Aber ein Teil hatte sich nicht von der Packung gelöst und fiel verspätet und ungeordnet in den Topf, vereinzelt daneben. Ich war verärgert und Du lachtest nur.
„Mikado!“
Du halfst mir dabei die wirren Nudeln in den Topf zu bekommen, sie zu zähmen und wir lachten, denn immer wieder bezichtigste Du mich, dass ich geschummelt hätte. Die letzte wirre Nudeln zogst Du Dir heraus und nahmst einen Biss. Es knackte leise.
Vollkommen verliebt sah ich Dich an, denn ich verstand Dich nicht.

Vielleicht mag ich seitdem Nudeln.

Heute esse ich Nudeln ohne Sauce und fühle mich allein.

Sonntag, 22. März 2009

Rätsel für Agrarbegeisterte

Was ist das Besondere an der Ernte der Cranberries?

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AiHua - 1. Okt, 12:41
Das ist eine echt gute...
Das ist eine echt gute Aufnamhe! Danke dafür.
AiHua - 1. Okt, 11:05
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Gute Besserung! Auch wenn Du das erst liest nachdem...
AiHua - 1. Okt, 11:02
„Wieder das sein was...
„Wieder das sein was ich nie war aber immer sein...
AiHua - 1. Okt, 10:54
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AiHua - 1. Okt, 10:51

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