Dienstag, 18. November 2008

Das nennt man wohl Leben, was soll's...

Ich meine, wenn man nicht zu viele Erwartungen an einen Zeitpunkt stellt, dann ist alles gar nicht so schlimm. Ich meine, ein schöner Arbeitstag, ein leckerer Kuchen mit Rauchgeschmack, wirklich liebe Päckchen, aber eben auch eine unruhige Nacht, eine Tatsache und Entscheidung, auf die ich keinen Einfluss hatte mir aber so sehr abgewendet gewünscht habe. Nun schon seit Monaten habe ich gebangt und dann mal eben im Vorübergehen die Ohrfeige.
Der Andere lacht mein Stirnrunzeln aus, aber ich weiß, dass es meine Zukunft verändern wird. Ich weiß, dass es das es zerstören kann, was ich gerne geschützt hätte. Was soll’s, ich kann nicht über Entscheidungen jammern, die ich nicht treffen konnte. Und aus moralischen Gründen konnte ich es auch nicht beeinflussen.
Scheiße!

Sonntag, 16. November 2008

"Auf meinem Grabstein soll stehen: Auf Wiedersehen! Das ist die schönste Drohung, die ich mir vorstellen kann."

In vielen Berichten und jetzt auch in drei Aufführungen kann man die künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit von Schlingensief miterleben, dabei spüre ich wie so oft mit der Beschäftigung mit seinem Werk eine große Ambivalenz. Ich fühle mich hin und her gerissen, nicht nur dass meine Urteile wie ein Pendel im Raum schwingen sein Werk für mich zwischen Einfühlsamkeit, Höchstinteresse und widerlicher Effekthascherei und Banalität, falscher Erkenntnis und Wirklichkeitserfahrung.
Und als ich nur die wenigen und kurzen Aufnahmen "Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" sah, schwang das Pendel in mir wieder stark aus. Aber Pilz trifft es ganz gut mit der Aussage: „In Duisburg war es, als säße man mit Schlingensief am überbordenden Altar der Endlichkeitsanbetung, in Berlin ist es, als blättere man mit ihm in der Krankenakte. Hier wie da entzieht sich das Theater jedoch jeder Kritik - der Künstler Schlingensief macht sich unangreifbar, weil der (kranke) Mensch Schlingensief inszeniert ist. Krankheit aber lässt sich nicht kritisieren, nur heilen oder annehmen.“
Wobei das Werk sehr wohl kritisierbar bleibt, aber man sich fragen muss, ob Effekthascherei in diesem Zusammenhang überhaupt existieren kann. Mein Pendel schlägt jedenfalls nahezu nur in Richtung der Intensität.
Diese Nutzung des Privaten bis aufs Äußerste, die Kunst des eigenen Überlebens und Sterbens zeigen, das rührt nicht nur an, es ist brutal und rüttelt gerade wegen der Anmahnung der Authentizität an.

Montag, 10. November 2008

Herbstliebe

Wie geschrieben, habe ich mir eine Geliebte zugelegt. Lange Zeit dachte ich mir, dass ich die Finger von ihr lassen sollte, aber nun habe ich sie doch. Sie ist hübsch, verwirrend kompliziert und bietet viele Möglichkeiten um mit ihr viel Spaß zu haben.
Um erstmal warm mit ihr zu werden, habe ich mir am Wochenende mit ihr die letzten goldenen Blätter angeguckt. Ja, was soll ich sagen, ich und Landschaften habe es noch nicht so drauf. Es ist arg kitscih, aber in den ersten Liebeswahn kann das wohl passieren.

the beauty of the memory

Donnerstag, 6. November 2008

Erziehung ist was Interessantes

Frage mich gerade, ob ich meine Erziehung verfluchen soll oder loben. Komme mir gerade zwar nicht verrucht, aber irgendwie schon fast revoluzerhaft vor, weil ich Strümpfe trage die in ihrer Buntheit so gar nicht zu meinem sonstigen Äußeren passen. Mein Dreiteiler in schwarz und etwas rot, passt gut zur Galeriearbeit, die Strümpfe fallen da komplett raus. Da meine Hose ewig lang ist und ich zudem auch noch Stiefel trage, eigentlich kein Problem... aber der Spießer an sich kann sich sein Leben eben leicht aufregend machen. Hach ist das schön. Heute zur Matinée werde ich wunderbar viele Pelzmäntel über mich stapeln und höflich Leute daran hindern über Skulpturen zu stolpern und sie begrüßen, um dann schließlich durch das Gewühl von Menschen meinen Weg zur Gardrobe zu finden ohne Damen und Herren anzustubsen, die gerade ihr Rotweinglas zum Mund führen... Ach, wird das ein Spaß. Und außer mir denkt sowieso niemand an Strümpfe.

Montag, 3. November 2008

zu viel

Es hört sich bescheuert an, aber ich schreibe nicht, weil ich zu viel zu erzählen hätte. Da wäre die Geschichte, wie ich anfing für die Mafia und die Post gleichzeitig zu arbeiten und eigentlich nur einen Nachbarsdienst erledigen wollte. Oder die Geschichte, in der ich aus Versehen einen Hund entführt habe, dann mir eine teure Geliebte zulegte und währenddessen langsam mein Augenlicht verliere, was gerade meiner neuen Freundin nicht gefallen sollte. Ich rettete eine Pennerin, die in Wirklichkeit eine gefallene Weihnachtseinkäuferin war, verbrachte fast das Wochenende im Konsulat von Guatemala, welches eine wundervolle Kartoffelsammlung besitzt und habe fast den gesamten Lebkuchen Bayerns (zumindest der, der sich in meiner Wohnung befand) verspielt (es konnte abgewendet werden, weil ich öfters gewann), bezirzte einen Cineasten dafür meine Filmwünsche zu kaufen, las mehrere wundervolle Bücher und habe nur aus Mitleid mit Thor nicht das Horn ausgetrunken (jedenfalls haben bestimmt die Inhaber des Sushirestaurants gedacht, dass in meinem Magen ein Feuer brennen müsste, welches alle Speisen verwertete), habe mir Kunst angesehen und angefühlt und war schließlich sehr müde.
Und Halloween ist das neue Allerheiligen…

Halloween oder Allerheiligen...ach, ein Mal den Weltuntergang bitte

Samstag, 11. Oktober 2008

10

Der Zug ist eigentlich abgefahren, aber nachdem ich halbwegs jetzt Zeit habe, habe ich mich mal hingesetzt und darüber nachgedacht welche Bücher meine Libelingsbücher sind. Hm, das war gar nicht so einfach. Vor allem stellte ich dann einfach beim Auflisten fest, dass 10 eine recht begrenzte Zahl ist...

1. Dylan Thomas: Unter dem Milchwald
2. Alexandro Baricco: Land aus Glas
3. Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe
4. Haruki Murakami: Wilde Schafsjagd
5. Max Frisch: Homo Faber. Ein Bericht.
6. E. H. Gombrich: Das Ornament
7. James Joyce: Ulysses
8. Andrea Schütte: Stilräume.Jacob Burckhardt und die ästhetische Anordnung im 19. Jahrhundert.
9. Hugo von Hofmannsthal: Der Schwierige.
10. Simon Winchester: Der Mann der die Wörter liebte.

Eigentlich will ich gar nicht zu sehr drüber nachdenken welche Bücher ich jetzt vergessen habe. Aber jedenfalls habe ich alle Bücher wiederholt gelesen und auch alle schon anderen ans Herz gelegt.
Hm, sehr außergewöhnlich sind die Bücher jetzt nicht... kann man auch in jeder anderen Liste wahrscheinlich finden.

Sonntag, 28. September 2008

Zardoz, das Grauen... oder Schmerz

Dazu fällt mir echt nichts mehr ein... läuft das unter: "Er brauchte das Geld"?
ganz ehrlich, es hat mir gereicht, dass ich in einer Berichterstattung sah, dass es diesen Film gab, ich will ihn gar nicht sehen. Ich glaube, dann bekomme ich Augenkrebs oder so...

Samstag, 20. September 2008

"Did the cat get your tongue?"

Ziemlich, nicht nur, weil ich gerade echt einfach keine Zeit habe, sondern auch, weil ich heute nervig am Rumjammern bin.... alles ziept, brennt und was weiß ich... Grippe nennt man das wohl. Ich denke, dass ich wahrscheinlich daran sterben werde... vor allem wenn es länger so kalt bleibt! Also nicht wundern, dass ich weiterhin erstmal still bin. Wenn ich die verdammte Katze gefunden habe werde ich wieder öfter was zu sagen habe (fragt sich nur, ob ich sie finden werde).



Und bis dahin könnt ihr euch das hier anhören. Auch nur eine vorläufige Sache, die eigentlich längst erledigt sein sollte. Aber die Zeit ist samt der Katze mit meiner Zunge verschwunden... bis also das etwas bessere Material da ist, erstmal das.

Bin ich ein Philanthrop?

Also theoretisch mag ich Menschen. Es gibt Augenblicke, da bin ich von einer naiven, lächerlichen Freude erfüllt wenn ich an Menschen vorbei gehe oder wenn ich weiß, dass ich welche demnächst treffe. In diesen Augenblicken habe ich dann gewisse Gedanken und Gefühle im Taumel der Freude vergessen, die mindestens nach einem Tag Menschenkonsum aber durch den gloriolen, güldenen Schein, den die ganzen Menschen auf mich ausstrahlen, durchsickert. Ziemlich tintig und dunkel suppt es aus mir heraus, so eine dunkle Sache…mein Unterbewusstsein oder irgendeine der drei Wesenheiten (ziemlich wahrscheinlich die Seele), je nachdem welcher Theorie man mehr folgen will. Jedenfalls wabert, tropft etwas aus mir heraus, welche mir die Freude an anderen ziemlich verleidet und es ist etwas was ich immer mit mir herumtrage. Es ist das Ding welche mich in Gesellschaft trotzdem das Gefühl überkommen lässt, dass ich allein bin und einfach keine Verbindung herstellen kann. Gleichzeitig ist es, als hätte ich keine Haut und alle Personen könnten durch mich hindurchdefundieren. Ich sehe Gedanken, höre Gefühle, schmecke Wesenszüge, habe zu viele Augen.
Wahrscheinlich ist es dieser Overinput, dass aus mir diese Dunkelheit heraussprudelt, wie ein Ocktopus verschleiere ich mich, versuche mich darin selbst zu sammeln und ziehe mich im Dunklen zurück.
Es ist beschämend, dass ich eine Gruppe von Freunden eine weitaus geringere Zeit „ertrage“ als sie offensichtlich in Gesellschaft sein können. Wobei es tatsächlich schlimmer wird umso mehr Personen um mich sind. Bei einen, zwei, auch mal drei Menschen kann ich ohne Tinte auskommen…meistens jedenfalls.
Ich mag Menschen… aus der Ferne.

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NeonWilderness - 18. Nov, 18:21
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AiHua - 18. Nov, 18:17

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